Gesundheitskontrolle
Eine regelmäßige Gesundheitskontrolle empfiehlt sich bei Kleinsäugern wie Kaninchen, Meerschweinchen und Co., um größere Gesundheitsprobleme vorzubeugen und sicherzustellen, dass sie sich rundum wohlfühlen.
Schon kleine Auffälligkeiten können darauf hinweisen, dass es Ihrem Heimtier nicht gut geht. Durch kurze regelmäßige Kontrolle lassen sich solche Anzeichen frühzeitig erkennen und ernsthafte Erkrankungen oft vermeiden.
Sie müssen Ihre Kleinsäuger nicht täglich von Kopf bis Fuß untersuchen. Vorerst reicht es, wenn Sie Ihre Tiere einfach jeden Tag aufmerksam beobachten. Ab und zu sollten Sie jedoch etwas genauer hinschauen, um Veränderungen frühzeitig zu erkennen. Außerdem wird empfohlen, einmal im Jahr einen Tierarzt aufzusuchen, um einen allgemeinen Gesundheitscheck durchzuführen und gegebenenfalls Impfungen auffrischen zu lassen. Wie oft Sie was kontrollieren und/oder im Blick behalten sollten, lesen Sie im folgenden Gesundheitscheck.
Täglicher Gesundheitscheck
Fressverhalten
• Frisst Ihr Tier normal und ausreichend?
• Wird es ausgewogen und artgerecht ernährt?
• Nimmt es genügend Flüssigkeit auf?
Achtung vor Giftpflanzen z.B.: Tollkirsche, Goldregen, Schwarzer Nachtschatten, Schierling, Hundspetersilie und Eibe dürfen auf keinen Fall gefüttert werden.
Wichtig: Zu viel Obst und Gemüse kann Durchfall verursachen. Füttern Sie solche Lebensmittel daher nur in begrenzten Mengen. Die Ernährungspyramide gibt Ihnen eine Orientierung:
Verhalten
Zeigt Ihr Tier plötzlich ein anderes Verhalten als gewohnt, können Schmerzen, Stress oder eine Erkrankung die Ursache sein. Mögliche Anzeichen:
• Rückzug oder Teilnahmslosigkeit
• Aggressives Verhalten
• Unruhe
• Ungewöhnliche Schläfrigkeit
Verdauung
Auffälligkeiten, wie etwa Durchfall oder deutlich verfärbter Urin, müssen nicht ausschließlich auf Verdauungsprobleme hinweisen. Leichte Urin-Verfärbungen können beispielsweise auch durch Farbstoffe aus Gemüsesorten wie rote Beete entstehen. Sie können aber auch Anzeichen einer anderen Erkrankung sein, weshalb Sie Ihr Tier in jedem Fall von einem Tierarzt untersuchen lassen sollten. Mögliche Anzeichen:
• Flüssiger und breiiger Kot (Durchfall)
• Wurm-Köttel
• Rote, blutige Köttel
• Kein oder ungewöhnlich wenig abgesetzter Kot
• Sandiger Urin
• Sehr dunkler Urin
• Schleimiger Urin
Wöchentlicher Gesundheitscheck
Gewichtskontrolle
Auch wenn Ihr Tier auf den ersten Blick gesund wirkt, kann es dennoch an Gewicht verloren oder zugenommen haben. In vielen Fällen genügt es, die Ernährung anzupassen, um wieder ein gesundes Normalgewicht zu erreichen. Beides kann aber auch darauf hinweisen, dass eine Erkrankung hinter der Veränderung steckt, die tierärztlich behandelt werden muss.
Kauverhalten
Veränderungen im Kauverhalten wie einseitiges, langsames Kauen, aus dem Maul fallendes Futter oder auch plötzlich selektives Fressen von vor allem weichem Futter kann auf Zahnerkrankungen hindeuten, die tierärztlich abgeklärt werden müssen um Folgeerkrankungen wie Entzündungen oder Verdauungsprobleme zu vermeiden.
Äußere Merkmale
Veränderungen von Fell, Haut, Nase, Augen, Krallen, Pfotenballen oder After können auf Erkrankungen hindeuten oder zu Erkrankungen, Infektionen und Unwohlsein führen. Darauf sollten Sie wöchentlich achten:
• Fell/Haut: Sind Verletzungen, Rötungen oder Schuppen erkennbar? Überschüssiges oder verfilztes Fell kann insbesondere bei Rassen mit langem Fell zu Hautreizungen und Schmerzen führen. Unterstützen Sie Ihr Tier nicht nur im Fellwechsel, indem Sie lose Fellbüschel regelmäßig auskämmen.
• Nase: Die Nase sollte stets trocken und frei von Schleim sein. Häufiges Niesen kann auf eine Atemwegserkrankung hinweisen.
• Augen: Sind die Augen symmetrisch und frei von Ausfluss, Trübungen und Fremdkörpern?
• Krallen: Zu lange Krallen können die Fortbewegung einschränken und Schmerzen verursachen, weshalb sie bei Bedarf regelmäßig gekürzt werden müssen.
• Pfotenballen: Gibt es auffällige Stellen wie kahle, entzündete, verfilzte oder schorfige Stellen?
• After: Starke Verschmutzungen in dieser Region können zum schmerzhaften Fliegenmadenbefall führen. Das Hinterteil können Sie auch ohne Hochheben beim Hoppeln oder Wegstrecken der Hinterbeine kontrollieren
Monatlicher Gesundheitscheck
Ohren
Ohren sollten monatlich kontrolliert werden und insbesondere bei Widderchen mit Ohrreiniger gereinigt werden (ACHTUNG: keine Kortisonhaltigen Präparate in Ohren von Heimtieren einbringen). Mögliche Anzeichen für Ohrenerkrankungen:
• Rötungen, Schwellungen
• Schmutz, Schorf
• Temperatur (heiß?)
• Juckreiz oder Schmerzen
• Kopfschütteln
• Kopfschiefhaltung
• Unangenehmer Geruch
Zähne
Die Zähne sollten gerade, gleich lang und hell sein. Beobachten Sie Ihr Tier z.B. beim Gähnen. In Kombination mit dem Kauverhalten können leichte Veränderungen frühzeitige Warnzeichen für Zahnerkrankungen sein.
Jährlicher Gesundheitscheck
Impfungen und Vorsorgeuntersuchungen
Um Ihren Kleintieren einen grundlegenden Schutz vor bestimmten Krankheiten zu bieten, sind einige Impfungen empfehlenswert. Welche Impfungen sinnvoll sind und in welchen Abständen sie aufgefrischt werden sollten, besprechen Sie am besten mit Ihrem Tierarzt.
Auch Vorsorgeuntersuchungen sind wichtig und sollten mindestens einmal im Jahr durch einen Heimtierkundigen Tierarzt durchgeführt werden. Selbst wenn Sie Ihr Tier gut beobachten, lassen sich nicht alle Erkrankungen dadurch erkennen.
Alternde Kleinsäuger
Mit zunehmendem Alter nehmen Appetit und Bewegungsfreude häufig ab – das ist bis zum gewissen Maß ein normaler Teil des Alterungsprozesses, können über dies hinaus aber auch Anzeichen für Erkrankungen sein. Insbesondere chronisch degenerative Erkrankungen wie Arthrosen entstehen schleichend. Kleinsäuger im fortgeschrittenen Alter sollten daher idealerweise 2-mal jährlich zur Vorsorgeuntersuchung einem Heimtierkundigen Tierarzt vorgestellt werden. Im Zweifelsfall gilt auch: lieber einmal mehr den Tierarzt aufsuchen als einmal zu wenig, denn als Beutetiere sind und bleiben Heimtiere Meister des Kaschierens von Unwohlsein.



