Grünfutter anfüttern
Heimtiere besitzen ein empfindliches Verdauungssystem, das auf plötzliche Futterumstellungen mit Verdauungsstörungen reagieren kann. Deshalb sollten sie, ähnlich wie Pferde beim Anweiden im Frühjahr, langsam an frisches Grün gewöhnt werden. Entsprechend gelten die gleichen Grundregeln: das „Anweiden“ muss schrittweise und systematisch erfolgen. Um das Risiko von Magenüberladung und Aufgasung zu vermeiden, sollten die Tiere niemals „ausgehungert“ auf die frische Wiese gesetzt werden. In der Regel reicht es aus, ihnen stets Heu zur freien Verfügung anzubieten. So haben sie immer etwas Rohfaser im Magen und Darm, fressen das frische Gras langsamer und können es besser verdauen. Der folgende schrittweise Plan ist vom Prinzip her auch für andere Futterumstellungen zu empfehlen.
Voraussetzungen für das Anweiden
- Das Tier ist gesund
- Das Tier frisst ausreichend Heu
- Es bestehen keine akuten Verdauungsprobleme
- Die Wiese ist ungedüngt, unbehandelt und frei von anderen tierischen Ausscheidungen
- Heu steht 24 Stunden am Tag zur Verfügung
Phase 1: Gewöhung (Tag 1 – 7)
Tag 1–2: 1 kleine Handvoll Gras pflücken (bei mehreren Tieren im Stall verteilen).
Tag 3–4: 2 Handvoll auf 2 Portionen/Tag verteilen.
Tag 5–7: Weiter langsam steigern bis 4 Handvoll/Ta
